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Traumatherapie

mit Kindern und Jugendlichen: 

Traumatische Erfahrungen

überwinden.

Wenn Kinder oder Jugendliche traumatische Erfahrungen wie einen Unfall, Missbrauch oder Misshandlung erlebt haben, leiden sie in der Folge häufig an Problemen in mehreren Lebensbereichen. Sie müssen ständig an das Erlebte denken, haben Schlafstörungen und Albträume. Sie fühlen sich traurig oder ängstlich und ziehen sich von anderen zurück. Manche werden schnell wütend, können sich schlecht konzentrieren und haben Schwierigkeiten in der Schule. 

Ich bin spezialisiert auf die Behandlung von traumatisierten Kindern und  Jugendlichen im Alter von 3 bis 21 Jahren. Meine Vorgehensweise ist ressourcenorientiert. Neben der Bewältigung und Verarbeitung der Traumatisierung geht es vor allem um eine Stärkung von Kompetenzen und den Blick nach vorne. Bei jüngeren Kindern und Jugendlichen beziehe ich die Eltern oder andere Bezugspersonen (z.B. Pflegeeltern, Erzieher) mit ein. Mein therapeutischer Ansatz folgt drei Prinzipien:

BEHUTSAM

Ich helfe Betroffenen und deren Familien, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und Ressourcen zu stärken. Dabei respektiere ich individuelle Bedürfnisse und gehe fürsorglich mit Belastung und Überforderung um.

BEDARFSGERECHT

Nicht alle Kinder und Jugendliche, die ein oder mehrere traumatische Ereignisse erlebt haben, entwickeln eine Traumafolgestörung. Ich helfe Ihnen einzuschätzen, welche Form von Therapie oder Beratung im konkreten Fall passend ist.

SICHER

Ich setze ausschließlich Therapiemethoden ein, die von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) und von internationalen Leitlinien empfohlen werden, da ihre Wirksamkeit nachgewiesen wurde.

Was ist ein Trauma?

​Als traumatisches Ereignis zählt jede Form von tatsächlichem oder drohendem Tod oder ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt. Dabei kann das Ereignis selbst erlebt worden oder bei anderen beobachtet worden sein.​​​​

Einzelereignisse

Bei einem Trauma kann es sich um ein einmaliges Ereignis handeln. Beispiele sind:

  • Unfall, schwere Verletzung oder Brand,

  • einmalige Vergewaltigung oder 
    körperlicher Angriff,

 

  • plötzlicher Verlust oder Tod einer nahestehenden Person,

  • Anschlag, Massenschadensereignis oder Naturkatastrophe.

Wiederkehrende Ereignisse

Viele Betroffene berichten, dass die traumatischen Ereignisse mehrfach und über eine lange Zeit hinweg stattgefunden haben, zum Beispiel:

  • wiederholter sexueller Missbrauch,

  • körperliche und emotionale Misshandlung,

  • häusliche Gewalt,

  • Krieg, Verfolgung und Flucht.

Wie fühlen sich Kinder, und Jugendliche nach einem Trauma?​

Wenn Kinder und Jugendliche

unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, erleben sie Belastungen in verschiedenen Bereichen.

Diese Schwierigkeiten gehen nicht von alleine weg und können mit der Zeit schlimmer werden, wenn sie unbehandelt bleiben.

Wiedererleben

 

Traumatisierte Kinder und Jugendliche müssen oft an die Ereignisse denken, obwohl sie es nicht möchten oder haben Albträume. Einige malen Bilder und spielen die Ereignisse nach, ohne sie verarbeiten zu können. Die Erinnerungen sind sehr unangenehm und von starken Gefühlen wie Angst, Traurigkeit oder Scham begleitet. Manche berichten, dass sich alles „unwirklich“ anfühlt.

Negative Gedanken und Gefühle

 

Häufig glauben Betroffene, dass sie etwas falsch gemacht haben. Sie berichten negative Gedanken über sich („Ich bin ein schlechter Mensch“), andere („Ich kann niemandem vertrauen“) und die Welt („Überall ist es unsicher“). Viele haben keinen Spaß mehr an schönen Dingen, ziehen sich zurück und sind selten fröhlich.

Vermeidung

 

Am liebsten möchten viele Kinder und Jugendliche nach einem Trauma nicht über das Erlebte sprechen oder nachdenken. Sie versuchen Erinnerungen wegzuschieben oder zu vergessen, aber das gelingt nicht.

Sie vermeiden Gegenstände, Orte und Situationen, die sie an das Ereignis erinnern und gehen Personen aus dem Weg, die mit dem Ereignis in Verbindung stehen.

Körperliche Übererregung

 

Besonders störend sind Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Deswegen kommt es zu Problemen in Schule und Ausbildung. Manche Kinder und Jugendliche werden reizbar und bekommen schnell Wutausbrüche. Manche sind sehr wachsam, ängstlich und erschrecken leicht. Einige Jugendliche verletzten sich selbst, weil sie von starken Gefühlen überflutet werden.

Alle diese Probleme können belastend sein.

Sie schränken Kinder und Jugendliche im Leben, in der Schule und in der Freizeit ein.​

Aber: Es sind normale Reaktionen auf unnormale Ereignisse.

Traumatherapie hilft,
die Probleme zu überwinden.
Sicherheit zurückgewinnen

Als erstes ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche wieder sicher sind und sich nicht länger in einer Gefahrensituation befinden. Wenn sie liebevolle Bezugspersonen haben, die sich um sie kümmern, geht es vielen schon nach kurzer Zeit besser.

 

In den ersten Tagen und Wochen begleite ich Sie gerne und helfe Kindern und Eltern, Orientierung und Halt wiederzufinden. 

Langfristig einen Ausweg finden

Manchmal sind die Umstände nach einem Trauma kompliziert, die betroffenen Familien sind ratlos und überfordert, wie es weitergehen soll. Wenn die Schwierigkeiten bei den Kindern länger als einen Monat fortbestehen, ist eine traumafokussierte Therapie meistens sinnvoll und notwendig.  

 

Durch eine traumafokussierte Behandlung erzielen die meisten Kinder eine deutliche Verbesserung der Belastungssymptome.

Was genau passiert in einer Traumatherapie?

Vor der Therapie wird in einer ausführlichen klinisch-psychologischen Diagnostik mit dem Kind oder Jugendlichen und mit den Eltern oder Bezugspersonen die Belastung erfasst und der Behandlungsbedarf ermittelt.

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Am Anfang der Therapie erhalten das Kind oder der Jugendliche und seine Bezugsperson Informationen über die Ursachen der bestehenden Probleme und über die Wirkungsweise der Therapie. Die jungen Patienten lernen Strategien, die Ihnen Entlastung und Sicherheit geben. Sie üben sich zu entspannen und mit überflutenden Gefühlen und belastenden Gedanken umzugehen. Eltern erhalten Hilfestellung für schwierige Erziehungssituationen

Im mittleren Teil der Therapie hilft der Therapeut dabei, die traumatischen Ereignisse aufzuschreiben und zu besprechen. Dadurch nehmen die belastenden Gefühle

und die ungewollten Erinnerungen ab.

Im dritten Teil der Therapie werden Ängste überwunden,

die seit dem Trauma bestehen. Kinder und Jugendliche lernen, wie sie ihr Leben künftig sicher und zufriedenstellend gestalten können. 

Je kleiner die Kinder, desto enger werden die Eltern oder Bezugspersonen in jeden Schritt einbezogen. Jugendliche meistern die Therapie meistens alleine und brauchen weniger Unterstützung durch die Erwachsenen. 

Weitere Gründe für eine Psychotherapie bei Kindern​ und Jugendlichen

Nicht immer ist ein Trauma die Ursache für psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Manche Kinder reagieren sensibler als andere auf Stressfaktoren in der Familie, in der Schule oder im Freundeskreis. Manchmal treten Schwierigkeiten in Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen (z.B. Scheidung der Eltern) oder am Übergang in eine neue Phase (z.B. Pubertät) auf.

In der Psychotherapie mit Kindern kommen Spiele, kreative Techniken wie Malen und Basteln sowie Körperübungen zum Einsatz. Diese sind motivierender und eignen sich besser als reine Gespräche, damit die Kinder ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen können.

In Regelmäßigen Abständen finden Gespräche mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen statt.

Eine Abklärung des Therapiebedarfs kann unter anderem in folgenden Fällen sinnvoll sein:

  • Es treten Probleme auf, die für die Entwicklungsphase untypisch sind.

  • Ängste, Niedergeschlagenheit, Rückzug oder Verhaltensauffälligkeiten sind stärker ausgeprägt als bei anderen Kinder im gleichen Alter.

  • Aufgrund der Probleme sind die Kinder in der Schule, in der Freizeit oder zuhause beeinträchtigt.

  • Soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen misslingen. ​​

  • Es tauchen körperliche Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen auf, die nicht durch eine medizinische Ursache zu erklären sind.

  • Es kommt zu längeren Fehlzeiten in der Schule oder der Ausbildungsweg gerät immer wieder in eine Sackgasse.

  • Es kommt immer wieder zu Selbstverletzung oder Aggression.​​

  • Die Probleme sind nicht vorübergehend, sondern treten wiederholt über einen längeren Zeitraum auf.​

Dr. Patrick Fornaro

Psychiatrie Psychotherapie Bogenhausen

Holbeinstr. 7

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